Sport nach Covid-19: warum ein sportmedizinisch-kardiologischer Check so wichtig ist

Nach der Quarantäne gleich wieder ins Training: So stellen sich dies viele Freizeitsportler bei einem milden oder symptomfreien Verlauf ihrer Covid-19-Erkrankung vor. „Von zu frühen zu intensiven Belastungen nach Corona, aber auch nach einer Grippe oder einem Magen-Darm-Infekt, rate ich ausdrücklich ab. Auch Fälle im Profisport mit Herzmuskelentzündungen oder Vernarbungen an der Lunge haben gezeigt: Man sollte das Coronavirus nicht unterschätzen“, betont der Internist, Kardiologe und Sportmediziner Dr. Milan Dinic. „Covid-19 verursacht eine Entzündung der Blutgefäße. Über diese Entzündung können massive Schäden unter anderem am Herzen, den Nieren, der Leber, dem Gehirn und den Nerven entstehen.“

Um nach einer Covid-19-Infektion möglichst sicher wieder Sport treiben zu können, rät Dr. Dinic, sich gründlich auszukurieren. „Wieder negativ“ bedeutet nur bei wenigen direkt wieder „gesund“. Gerade wer sportliche Leistung erbringen möchte, sollte das Virus nicht unterschätzen. Wenn Sie wissen möchten, ob Ihr Herz und Ihre Lunge gesund und belastbar sind, können Sie sich gerne bei Dr. Dinic untersuchen lassen. Wir halten immer einige Termine für „Sport-Checks nach Corona“ frei. Somit können wir auch schnelle Untersuchungen umsetzen. Das heißt, wenn Sie sich als ambitionierter Freizeit- oder Leistungssportler vor der Rückkehr ins Training oder vor einem Wettkampf untersuchen lassen möchten, bekommen Sie oft innerhalb weniger Tage einen Termin bei uns.

Gut zu wissen: Was riskieren Sportler bei einer zu frühen Rückkehr ins Training? Wie lange sollten sie nach eine positivem Corona-Test pausieren? Was erwartet sie bei der Sporttauglichkeitsuntersuchung? Welche Beschwerden können auch Monate nach der Erkrankung noch auftreten (Stichwort Long Covid)? Antworten auf diese und weitere Fragen hat Dr. Dinic – u. a. medizinischer Partner der #nextgeneration der ASV Dachau-Volleyballabteilung – zusammengestellt. Lesen Sie hierzu auch das Experteninterview der Mobil Krankenkasse (Mai 2022) sowie das große SZ-Experteninterview (08.06.2022).

Sportpause nach Corona: „Als Arzt bist du immer der Buhmann“



„Als Arzt bist du immer der Buhmann. Wenn man bremst, muss das der Sportler erst mal verarbeiten. Aber Marie gehört zur geduldigen Sorte, sie hat alles richtig gemacht“, erklärt Dr. Dinic im Münchner Merkur und in der tz. Kurz vor ihrem nächsten WM-Kampf hat Dr. Dinic Kickbox-Weltmeisterin Marie Lang nach zwei Corona-Erkrankungen medizinisch durchgecheckt. Zum Sport-Check nach insgesamt drei Corona-Erkrankungen hat SAT. 1 Bayern Freizeitsportler Željko (41) begleitet.

Presseveröffentlichungen zu Sport nach Corona im Münchner Merkur, der tz und bei SAT. 1 Bayern

Experten-Interview in der SZ im Nachgang zur Pressemeldung der Mobil Krankenkasse:

Risiken durch eine zu frühe Rückkehr in den Sport

„Jeder Sporttreibende sollte wissen: Durch einen zu frühen Wiedereinstieg kann es zu Komplikationen kommen – zum Beispiel zu einer Herzmuskelentzündung, Herzrhythmusstörungen, Vernarbungen an der Lunge oder auch Gefäßverschlüssen. Nichts muss, aber es kann vorkommen – jeder Fall muss daher für sich betrachtet werden.

Das große Problem bei einer Herzmuskelentzündung: Man spürt sie meist nicht. Wer damit weiter Sport treibt, riskiert lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen und im schlimmsten Fall den plötzlichen Herztod. Ich hatte schon viele Sportler mit einer Herzmuskelentzündung nach einer Covid-19-Erkrankung in der Praxis“, berichtet Dr. Dinic. „Sie waren zu mir gekommen, weil sie beispielsweise bemerkt haben, dass sie ihre Leistung auch Monate nach der Infektion nicht wieder „gebracht“ haben, dass sie noch immer kurzatmig und schnell erschöpft sind.

Wir Mediziner wissen noch so vieles nicht über diese Erkrankung. Klar ist aber: Ein milder Verlauf sagt nicht aus, dass nach ein paar Wochen wieder alles vorbei ist. Viele Menschen, die milde Symptome hatten, entwickeln beispielsweise Herz-Kreislauf- oder Lungenerkrankungen, die sich lange hinziehen. Eine ausreichende Sportpause und eine Sporttauglichkeitsuntersuchung sind daher wichtig, um möglichst sicher – also mit geringstem Risiko – wieder trainieren zu können.“

Sportpause nach positivem Corona-Test – wie lange Sie nicht trainieren sollten

„Da gibt es keine pauschale Antwort. Wann man wieder trainieren darf, ist individuell abhängig von vielen Faktoren: Welche Symptome traten auf, wie war der Verlauf, gab es Komplikationen wie eine Herzmuskel- oder eine Lungenentzündung, wie war die körperliche Ausgangssituation. Entsprechend neuer Empfehlungen internationaler Fachgesellschaften sollten Sportler nach einem positiven Covid-19-Test

  • wenn sie komplett symptomfrei sind, auf lange und intensive Belastungen während der Quarantäne verzichten - kurze Ergometertrainings im niedrigen Herzfrequenzbereich sowie leichte Workouts unterhalb der Anstrengungsgrenze sind erlaubt
  • bei Symptomen wie Husten oder Fieber zwei bis eher vier Wochen keinen Sport treiben
  • bei einer Lungenentzündung mindestens vier Wochen auf ihr Training verzichten
  • bei einer Herzmuskelentzündung mindestens drei Monate keinen Sport treiben und ein Kardiologe sollte den Verlauf kontrollieren.

Wie schnell Sportler wieder voll belastbar sind und zum vorherigen Leistungsstand zurückkehren können, ist von Fall zu Fall verschieden. Entscheidend ist, dass man wieder völlig gesund ist.

Sporttauglichkeitsuntersuchung, um Gefahren durch zu frühe Belastung zu vermeiden

„Über betroffene Fußball- und Handball-Profis geriet die Prävention von Herz- oder Lungenproblemen durch eine Covid-19-Erkrankung gerade mehr in den Fokus. Da die eigene Wahrnehmung über den Gesundheitsstatus täuschen kann und da Covid-19 eine systemische Entzündung der Gefäße verursacht, können Organe unbemerkt und nachhaltig geschädigt werden. Wer daher sicherstellen möchte, dass die Corona-Erkrankung keine Schäden verursacht hat und Sport wieder gefahrlos möglich ist, sollte sich – selbst bei einem milden Verlauf – internistisch-kardiologisch untersuchen lassen“, empfiehlt Dr. Dinic.

Je nach Symptomen und Verlauf zählen zu einer Sporttauglichkeitsuntersuchung nach Corona ein Ruhe-EKG, ein Herz-Ultraschall, ein Belastungs-EKG und eine Lungenfunktion. Außerdem werden verschiedene Blutwerte bestimmt. Wenn erforderlich, können weitere Untersuchungen wie die Cardisiographie (3D Herz-Check), ein Stressecho, eine Spiroergometrie, ein Laktattest etc. direkt bei uns durchgeführt werden. Die Praxis Dr. Dinic verfügt über modernste Diagnostik. Welche Untersuchungen jeweils sinnvoll ist, entscheiden wir individuell.

Schnelle Erschöpfung, hoher Puls – mögliche Beschwerden von Sportlern nach ihrer Rückkehr ins Training

Nach einer Corona-Erkrankung können Freizeit- und Leistungssportler über längere Zeit in ihrer Leistungsfähigkeit stark eingeschränkt sein. Dass ihr Puls schnell ansteigt, sie früh erschöpft sind und ihre Muskeln schnell ermüden, berichten zahlreiche Betroffene. Viele leiden auch an Schwindel und Kopfschmerzen. Das zeigt: Man muss es auch nach einer Sportpause und einer Sporttauglichkeitsuntersuchung langsam angehen lassen, seinem Körper Zeit geben und ihn wieder behutsam und gegebenenfalls ärztlich betreut, langsam wieder an die Belastung heranführen.

Long Covid: Fast jeder Dritte hat auch zwölf Monate nach der Erkrankung noch Beschwerden

Viele Menschen, die mit SARS-CoV-2 infiziert waren, leiden auch Monate noch später an Symptomen wie Erschöpfung und eingeschränkte Leistungsfähigkeit. Bis zu zehn Prozent aller Covid-19-Erkrankten haben mit Langzeitfolgen zu kämpfen, schätzt die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP).

Nach einer chinesischen Studie, die im August 2021 in der Fachzeitschrift „The Lancet“ erschien, war fast jeder dritte Betroffene auch zwölf Monate nach einer Covid-19-Erkrankung noch kurzatmig, jeder Fünfte fühlte sich noch schlapp, mehr als jeder Vierte litt an Angststörungen oder Depressionen.

Dies sind die häufigsten Long Covid-Symptome:

  • Chronische Erschöpfung (Fatigue-Syndrom) – eine schwere Müdigkeit und schnelle Ermüdbarkeit im Alltag
  • Atembeschwerden / Kurzatmigkeit, selbst bei moderater körperlicher Anstrengung wie Spazierengehen oder Treppensteigen
  • Anhaltender Husten
  • Kopf-, Muskel- und Gelenkschmerzen
  • Konzentrations- und Gedächtnisprobleme
  • Schwindelgefühle und Gleichgewichtsstörungen
  • Verlust des Geruchs- und Geschmackssinns
  • Herz-Kreislauf-Beschwerden
  • Druckgefühl auf dem Brustkorb
  • Nervenstörungen
  • Schlafstörungen
  • Angststörungen und depressive Verstimmungen
  • Freudlosigkeit
  • Störungen der Haut und Haarverlust
Terminvereinbarung und Kosten

Einen Termin in der Praxis Dr. Dinic können Sie entweder online per Doctolib (24 Stunden täglich, sieben Tage die Woche) oder telefonisch über 089 / 299 375 vereinbaren.

Wir sind eine Privatpraxis. Selbstverständlich können aber auch Kassenpatienten zu einer sportmedizinisch-kardiologischen Untersuchung nach einer Corona-Erkrankung sowie zu anderen Untersuchungen, Beratungen und Behandlungen zu uns kommen (als Selbstzahler). Eventuelle Fragen beantworten wir gerne per Telefon. Zögern Sie nicht, uns anzurufen. Bei uns erhalten Sie Gewissheit über Ihren Gesundheitsstatus sowie maßgeschneiderte Empfehlungen zu Training und Ernährung.

Wir freuen uns auf Sie!

Ihr Team der Praxis Dr. Dinic